Einige Pokervariationen ausführlich erklärt

Texas Holdem
Hold’em

Hold’em bezeichnet allgemein all jene Poker-Varianten, bei denen fünf offene Karten (Board cards, auch Community cards) in die Mitte des Tisches gelegt werden, die von jedem Spieler zur Bildung seiner Pokerhand verwendet werden können, während jeder Spieler jedoch nicht mehr als zwei seiner Hand-Karten (Hole cards) verwenden darf.

Neben Texas Hold’em wird in den Spielbanken auch Omaha als weitere Hold’em-Variation angeboten. Texas Hold’em wird häufig kurz Hold’em genannt, doch sollte man diese Abkürzung eher meiden, um Verwechslungen mit Omaha auszuschließen.


Karten

Texas Hold’em wird mit einem Paket französischer bzw. anglo-amerikanischer Karten zu 52 Blatt von zwei bis maximal elf Personen gespielt.

Spielkarten im Poker-Format (Poker size) sind meistens etwas breiter als Karten im Standard-Format (sog. Bridge size). Außerdem sollten Karten verwendet werden, die zu 100% aus Kunststoff bestehen, da diese auch nach langem Spielen noch ihre ursprüngliche Form aufweisen und so nicht als gezinkt gelten.

Anmerkung:

Da mit 52 Blatt gespielt wird, könnten theoretisch 22 oder, falls keine Burn Cards zur Seite gelegt werden, sogar 23 Spieler teilnehmen. Texas Hold’em wird aber meist in kleineren Runden gespielt: häufig nur zu zehnt, in amerikanischen Casinos aber auch an Tischen mit vierzehn Plätzen.

Ziel ist es, die höchste Poker-Kombination zu erhalten bzw. durch geschickte Spielweise die anderen Spieler zur Aufgabe zu bewegen.

Dealer

Vor dem allerersten Spiel mischt der Croupier die Karten, lässt abheben und gibt (teilt) zunächst jedem Spieler eine offene Karte. Der Spieler mit der höchsten Karte ist erster Geber (Dealer) und erhält den Dealer('s) button.

Haben zwei Spieler im Rang die gleiche höchste Karte, so entscheidet die vom Bridge her bekannte Ordnung der Farben: Kreuz bzw. Treff (♣) gilt als die niedrigste Farbe, gefolgt von Karo (♦), Herz (♥) und Pik (♠).

Anmerkung: In Bezug auf die Gewinnentscheidung haben die Farben bei Texas Hold’em – so wie bei allen Poker-Varianten – keine Bedeutung.

Die Rolle des Kartengebers wechselt immer nach jedem einzelnen Spiel im Uhrzeigersinn – tatsächlich gibt die Karten im Casino jedoch stets der Croupier, der Spieler mit dem Dealer button nimmt nur fiktiv die Rolle des Gebers ein.

Blinds

Standard Hold’em-Pokertisch mit Dealer, small- und big blind. Der Spieler zur Linken des fiktiven Gebers (Dealer) muss einen vorgeschriebenen Einsatz, das sogenannte Small blind, zum Beispiel 5 €, setzen, sein Nachbar das big blind, im Allgemeinen den doppelten Wert des Small blinds, also 10 €. Die übrigen Spieler müssen vor Erhalt der ersten Karten keinen Grundeinsatz (Ante) leisten, bei den Hold’em-Varianten wird im Allgemeinen nicht mit ante, sondern mit Blind gespielt.

Der Spieler, der das small blind zu setzen hat, erhält beim Geben die erste Karte.

Sonderregeln für das Heads-up

Befinden sich nur noch zwei Spieler am Tisch (Heads-up), so sehen die Regeln der World Series of Poker vor, dass der small blind von dem Spieler mit dem dealer button gesetzt wird, während der andere Spieler den big blind setzen muss. Die an sich logische Reihenfolge wird geändert, damit nicht in allen vier Wettrunden einer Spielrunde derselbe Spieler den ersten Zug macht.

Limits

Bei Texas Hold’em sind vier Arten von Limits gebräuchlich

No limit (NLHE):

Es gibt nur ein Minimum für ein Bet bzw. ein Raise, der Maximaleinsatz ist nur durch die Höhe ihres Stacks begrenzt. Die meisten Casinos spielen nach der Regel, dass der so genannte Minimum-Bet dem jeweils aktuellen Big Blind bzw. dem in der letzten Wettrunde gebrachten Einsatz entsprechen muss. Will ein Spieler diesen Bet erhöhen (raisen), muss er den Bet mindestens verdoppeln. Eine weitere Erhöhung (Reraise) muss wiederum der Differenz zwischen Bet und Raise entsprechen. Sind die Blinds also zum Beispiel bei 100 (Smallblind) und 200 (Bigblind), muss ein Bet mindestens den Wert von 200 haben, eine Erhöhung bei einem Bet von 200 mindestens auf 400 stattfinden. Wird aber der Bet von 200 auf 500 erhöht, so muss ein eventueller Reraise nicht erneut den Betrag verdoppeln, sondern nur der Differenz von Bet und Raise entsprechen, in diesem Fall also um 300 auf 800. Setzt ein Spieler seinen gesamten Stack (Table stake), so nennt man dies auch All-In. Beim No-Limit Hold'em unterscheidet man grundsätzlich zwei Strategien: Die Big-Stack-Strategie, bei der sich der Spieler mit dem maximal möglichen Betrag an Geld an den Tisch setzt und die Short-Stack-Strategie, bei der sich der Spieler mit dem Minimum einkauft.

Pot limit (PLHE):

Es darf nur höchstens so viel gesetzt werden, wie sich zurzeit im Pot befindet.

Split limit (auch Spread limit):

In den ersten beiden Wettrunden darf maximal bis zum Lower limit, ab der dritten Wettrunde bis maximal zum Higher limit gesetzt werden. Beträgt das Small blind 5 € und das Big blind 10 €, so beträgt das Lower limit 10 € und das Higher limit zumeist 20 €. In jeder Wettrunde darf der Einsatz höchstens drei Mal gesteigert werden, d. h. ein Spieler eröffnet die Runde mit einem Einsatz (Bet), dieser kann nun erhöht (Raise), weiter gesteigert (Reraise) und die Wettrunde mit einer letzten Steigerung (Cap) abgeschlossen werden. Sind nur noch zwei Spieler im Spiel, so darf solange erhöht werden, bis ein Spieler entweder gleichzieht (hält) oder aufgibt.

Fixed Limit (LHE):

Wie Split limit, allerdings sind hier die Einsatzhöhen fest vorgegeben, während sie beim Spread Limit innerhalb der jeweiligen Grenzen frei wählbar sind. In den ersten beiden Wettrunden beträgt der feste Einsatz ein Big Blind, in den letzten beiden Runden zwei Big Blinds. Erhöhungen betragen dann ebenfalls ein Big Blind bzw. zwei Big Blinds. Weiterhin wird die maximale Zahl der Erhöhungen festgelegt, z.B. auf drei (Raise, Reraise, Cap).

Gespielt wird in Casinos prinzipiell nicht mit Bargeld, sondern mit Jetons, bzw. engl. Chips; es gibt allerdings auch einige Turniere, bei denen ausschließlich mit Bargeld gespielt wird. In sogenannten Cash Games entsprechen die Chips aber direkt einem festgesetzten Gegenwert in echtem Geld, abhängig vom gespielten Limit

Die vier Wettrunden

Vollständiger Pokertisch mit acht SpielernDas Spiel verläuft in maximal vier Wettrunden:

Erste Wettrunde (Preflop)

Jeder Teilnehmer erhält eine Starthand bestehend aus zwei verdeckten Karten (hole cards auch pocket cards oder pockets). Der Spieler links vom big blind muss als erster seine Spielentscheidung bekanntgeben, mit Fachausdruck heißt das, er spricht als erster und eröffnet die erste Wettrunde (betting interval).

Er kann nun entweder

- halten, auch mitgehen (call), also einen Betrag in Höhe des vorangegangenen Einsatzes setzen,

- erhöhen (raise) oder

- aussteigen (fold).

In der gleichen Weise setzen die übrigen Spieler im Uhrzeigersinn die Wettrunde fort.

Ein Spieler darf in ein und derselben Wettrunde den Einsatz nicht zweimal in Folge steigern, es sei denn, ein anderer Spieler hätte zwischen den beiden Geboten erhöht. Wenn also ein Spieler die Runde mit einem bet eröffnet oder ein raise setzt und alle folgenden Spieler entweder halten oder aussteigen, so ist diese Wettrunde beendet, und der Spieler, der den Einsatz zuletzt gesteigert hat, darf nun in dieser Wettrunde nicht nochmals erhöhen.

Flop und zweite Wettrunde

Nach Beendigung der ersten Wettrunde legt der Croupier erst eine Karte verdeckt neben den Stapel (Burn Card) und dann drei Karten offen auf den Tisch (Flop), darauf folgt die zweite Wettrunde. Der Spieler in First position, d.h. der Spieler links vom fiktiven Geber, hat in dieser und allen weiteren Wettrunden als Erster zu sprechen.

Ab dieser Wettrunde kann der Spieler, der zuerst sprechen muss, auch abwarten (check) und keinen Einsatz tätigen. Wartet der Spieler in First position ab, so kann der nächste Spieler ebenfalls abwarten oder wetten, usw.

Sobald jedoch ein Spieler ein Bet gesetzt hat, können die folgenden Spieler nur mehr entweder

- halten (call oder mitgehen) und denselben Betrag in den Pot einzahlen, oder

- erhöhen (raise) und einen höheren Betrag als der vorhergehende Spieler setzen, oder

- aussteigen (fold oder passen) – in diesem Fall legt der Spieler seine Karten verdeckt ab und gibt dieses Spiel verloren.

Falls ein oder mehrere Spieler gesetzt haben, wird die Wettrunde solange fortgesetzt, bis alle Spieler entweder den Einsatz gehalten haben oder aus dem Spiel ausgestiegen sind.


Turn Card und dritte Wettrunde

Vor der dritten Wettrunde wird zuerst wieder eine Karte verdeckt neben den Stapel gelegt und dann eine vierte offene Karte (Turn card) in die Mitte gelegt. Wird mit Spread Limit gespielt, so gilt ab nun das Higher Limit. Es wird analog zur Vorrunde gesetzt.


River Card und letzte Wettrunde

Nun wird nochmals eine Karte verdeckt neben den Stapel gelegt und dann die fünfte Karte (River card) offen aufgelegt, und es folgt die letzte Wettrunde.


Showdown

Der Spieler,

der in der letzten Wettrunde als letzter erhöht (raise) hat, oder,

falls niemand erhöht hat, derjenige, der in der letzten Wettrunde als erster gesetzt (bet) hat, oder

falls niemand gesetzt hat, derjenige, der sich in First position befindet,

muss seine Hand (seine Kombination) vollständig vorzeigen.

Alle im Spiel verbliebenen Spieler können nun nacheinander ihre Gewinnberechtigung nachweisen und ebenfalls ihre Karten aufdecken.

Wenn ein Spieler nur die fünf Karten des Tisches spielen möchte (Playing the board), soll er das annoncieren, damit das Weglegen der Handkarten nicht als Aussteigen missverstanden wird.

Der Spieler mit der höchsten Hand gewinnt den Pot. Im Falle von gleichwertigen Kombinationen wird der Pot unter den Gewinnern aufgeteilt (siehe Split pot).

Der Pot kann natürlich auch schon früher gewonnen werden, wenn in einer Runde alle Spieler bis auf einen ihre Karten ablegen und aufgeben (fold).

Sonstiges

Burn Cards

Bevor der Croupier den Flop und später die Turn bzw. River cards aufdeckt, legt er stets eine Karte, eine sogenannte Burn card, verdeckt beiseite.

Der Sinn dieser Regelung liegt darin begründet, dass ein Spieler infolge einer nachlässigen Haltung der Karten durch den Croupier bzw. infolge von Beschädigungen oder Markierungen eventuell die oberste Karte erkennen und daraus einen Vorteil ziehen könnte.

Ob auch vor der Ausgabe der Hole Cards eine Burn Card weggelegt werden soll, ist nicht einheitlich geregelt.

Wahrscheinlichkeiten

Hand (Poker) und Wahrscheinlichkeiten bei Texas Hold'em

Hand
Kombinationen
Wahrscheinlichkeit
Beschreibung
Beispiel
Royal Flush
4.324
0,003232 %
Die Folge 10 bis Ass in einer Farbe
10♣ J♣ Q♣ K♣ A♣
Straight Flush
37.260
0,027851 %
Fünf aufeinanderfolgende Karten in einer Farbe
5♠ 6♠ 7♠ 8♠ 9♠
Vierling, Poker, Four of a kind
224.848
0,168067 %
Vier Karten des gleichen Wertes
A♣ A♠ A♦ A♥
Full House
3.473.184
2,596102 %
Ein Drilling und ein Paar
K♥ K♦ K♣ 9♣ 9♦
Flush
4.047.644
3,03255 %
Fünf beliebige Karten einer Farbe
6♥ 8♥ Q♥ K♥ A♥
Straight, Straße
6.180.020
4,61938 %
Fünf aufeinanderfolgende Karten
7♥ 8♥ 9♠ 10♦ J♣
Drilling, Three of a kind, Set
6.461.620
4,829870 %
Drei Karten des gleichen Wertes
Q♦ Q♥ Q♠
Zwei Paare, Two pair
31.433.400
23,495536 %
Zwei Paare
10♠ 10♥ A♥ A♣
Ein Paar, One pair
58.627.800
43,8322546 %
Zwei Karten gleichen Wertes
J♣ J♠
High Card
23.294.460
17,411920 %
Die höchste einzelne Karte
A♥
Summe
133.784.560
100 %

Es gibt vier mögliche Royal Flushes, da aber jeder Royal Flush mit zwei beliebigen weiteren Karten gebildet werden kann, ergeben sich insgesamt 4.324 mögliche Sieben-Karten-Kombinationen, die einen Royal Flush enthalten.

Die stärksten Starthände, bestehend aus zwei Karten, sind nach absteigender Gewinnchance geordnet: A–A offsuit (d. h. von verschiedenen Farben), K–K offsuit, Q–Q offsuit, A–K suited (d.h. von einer Farbe), A–Q suited, J–J offsuit, K–Q suited, A–J suited, K–J suited, A–K offsuit.

Als allgemein schwächste Starthand gilt 7–2 offsuited, im Heads-up (d. h. bei nur zwei Spielern) 3–2 offsuited.

Der Spieler, der zu einem bestimmten Zeitpunkt während eines Spiels die bestmögliche Hand hält, hält die sogenannten Nuts.

(nach oben)

Omaha Holdem
Omaha Hold’em, meist kurz Omaha genannt, ist eine Variante des Kartenspiels Poker. Omaha Hold'em hat sich aus der Variante Texas Hold’em entwickelt, und folgt dem gleichen Spielablauf. Im Unterschied zu Texas Hold'em bekommt jeder Spieler vier Karten, und eine Omaha-Hand besteht immer aus genau zwei der vier Karten eines Spielers und genau drei der fünf Gemeinschaftskarten (community cards).

Die Regeln

Die Regeln von Omaha entsprechen denen von Texas Hold’em mit folgenden Unterschieden:

Jeder Spieler erhält zu Beginn vier verdeckte Karten (Hole cards)

Eine Hand besteht aus genau zwei der vier Karten aus der Hand des Spielers, und genau drei der fünf Gemeinschaftskarten vom Tisch

Der Spielablauf ist der Gleiche wie bei Texas Hold'em, und auch alle bei Texas Hold'em gebräuchlichen Arten von Limits werden gespielt, wobei Pot Limit die mit Abstand geläufigste Variante darstellt.

Unterschiede zu Texas Hold'em

Omaha lässt im Durchschnitt deutlich bessere Hände zu, als Texas Hold'em, weshalb es auch oft als Spiel der Nuts, also der bestmöglichen Hände in Bezug auf die Gemeinschaftskarten, bezeichnet wird. Im Unterschied zu Texas Hold'em kann ein Spieler bei Omaha aus seinen vier Handkarten sechs mögliche Kombinationen aus zwei Karten bilden. Damit erhöht sich die Wahrscheinlichkeit deutlich gegenüber Texas Hold'em, dass man zusammen mit den Gemeinschaftskarten eine gute Hand bilden kann.

Es gibt meistens mehr Möglichkeiten für Draws als bei Texas Hold'em, aufgrund der größeren Zahl an Kombinationsmöglichkeiten. Während bei Texas Hold'em fast immer die auf dem Flop stärkste Hand die höchste Wahrscheinlichkeit hat zu gewinnen, ist dies bei Omaha meistens nicht der Fall.

Omaha Hi

Für die Ermittlung der besten Hand bei Omaha Hi gilt die normale Wertung. Die bestmögliche Kombination aus genau zwei Handkarten und genau drei Gemeinschaftskarten jedes Spielers wird verglichen, und der Spieler mit der besten Hand bekommt den gesamten Pot.

Eine der bestmöglichen Starthände bei Omaha Hi.

Hieraus lassen sich sehr gute Kombinationen bilden: A-A als höchstes Paar, zwei Herz (Ah-Th) und zwei Pik (As-Js) für einen hohen Flush oder Straight-Flush, sowie A-T, A-J und J-T für mögliche hohe Straßen.Für die Ermittlung der besten Hand bei Omaha Hi gilt die normale Wertung. Die bestmögliche Kombination aus genau zwei Handkarten und genau drei Gemeinschaftskarten jedes Spielers wird verglichen, und der Spieler mit der besten Hand bekommt den gesamten Pot.


Beispiel

Die folgende Hand zeigt einen Showdown zwischen zwei Omaha-Händen.

Spieler 1 auf der linken Seite (K-9-6-6) gewinnt die Hand mit einem Drilling Könige (K-K-K-T-9) vor Spieler 2 auf der rechten Seite (A-Q-J-8) mit Zwei Paaren Könige und Achten (K-K-8-8-A). Spieler 1 benutzt K-9 von seinen Handkarten, und K-K-T von den Gemeinschaftskarten für seine bestmögliche Hand, Spieler 2 benutzt A-8 von seinen Handkarten, und K-K-8 von den Gemeinschaftskarten.

Ein Showdown in einem Omaha Hi Spiel.

Spieler 1 hat kein Full-House, da er genau zwei seiner Handkarten benutzen muss, und für das Full-House Könige über Sechsen müsste er K-6-6 von seinen Handkarten benutzen, was den Regeln widerspricht. Spieler 2 hat auch keine Straße, da er dazu ebenfalls drei seiner Handkarten (A-Q-J) benutzen müsste. Ausserdem haben beide Spieler keinen Flush, da sie dazu die vier Kreuz-Karten der fünf Gemeinschaftskarten benutzen müssten, aber genau drei benutzen müssen. Für einen Flush benötigt man immer mindestens zwei gleichfarbige Karten auf der Hand.

Omaha Hi-Lo

Eine der bestmöglichen Starthände bei Omaha Hi-Lo.

Die Vielzahl der Kombinationsmöglichkeiten ist auch hier entscheidend.

Für eine gute High hand hält man: Ass-Ass als höchstes Paar, zwei Herz und zwei Pik für einen hohen Flush, sowie Ass-2, Ass-3 und 2-3 für mögliche Straßen. Für eine gute Low hand hält man: Ass-2, Ass-3 oder 2-3.

Wie die meisten Poker-Varianten kann auch Omaha als High-Low gespielt werden: Der Pot wird zwischen der besten High hand und der besten Low hand geteilt.

Für die Ermittlung der besten High hand gilt die normale Wertung.

Für die Low hand wird zumeist das 8 or better System verwendet. Hier qualifizieren sich die Spieler für eine Low hand, die fünf unterschiedliche Karten 8 oder niedriger (mit dem Ass als niedrigster Karte) aufweisen können. Dabei zählen weder Straßen noch Flushs - das heißt Straßen und Flushs ändern nichts an der Wertung der Low Hand. Dafür müssen mindestens drei unterschiedliche Karten 8 oder niedriger bei den Gemeinschaftskarten liegen, da sonst keine Low hand möglich ist. Die bestmögliche Low hand ist 5-4-3-2-Ass (auch Wheel genannt). Beim Vergleich zweier Low hands wertet man von der höchsten Karte abwärts. So ist 6-5-4-3-2 eine bessere Low hand als 7-4-3-2-Ass (von oben gezählt ist schon die 6 niedriger als die 7), und 7-6-4-2-Ass schlägt 7-6-4-3-Ass (die ersten drei Karten sind gleich, aber die 2 ist besser als die 3).

Die Spieler können für die High hand und die Low hand unterschiedliche Karten verwenden, müssen aber jeweils genau zwei ihrer vier Handkarten benutzen. Kann kein Spieler eine gültige Low hand aufweisen, geht der gesamte Pot an den Spieler mit der besten High hand. Ansonsten wird der Pot geteilt, wobei auch ein Spieler sowohl die beste Low als auch die beste High hand haben kann und damit den gesamten Pot gewinnt - ein sogenannter Scoop. Wenn zwei oder mehr Spieler eine identische Low hand haben, dann wird der Pot für die Low hand zwischen den Spielern geteilt (siehe Split Pot), genau wie bei identischen High hands.


Beispiel

Die folgende Hand zeigt einen Showdown zwischen zwei Omaha Hi-Lo Händen.

Spieler 1 auf der linken Seite (A-2-4-K) gewinnt die Low hand mit einer 5-Low (5-4-3-2-A) gegen Spieler 2 auf der rechten Seite (A-2-5-5), der keine gültige Low hand hat, da er keine Hand mit fünf unterschiedlichen niedrigen Karten bilden kann. Spieler 2 gewinnt die High hand mit einem Full-House Fünfen über Buben (5-5-5-J-J) gegen Spieler 1 mit einem Herz-Flush (K-J-5-4-3). Den Pot würden sich diese beiden Spieler teilen.

Bedeutung

Bei der wichtigsten internationalen Poker-Veranstaltung, der World Series of Poker (WSOP) hat Omaha in vielen verschiedenen Varianten seit 1983 einen festen Platz. Auch in den Spielbanken und Online-Pokerräumen gehört Omaha zu den populärsten Varianten, und fast jeder Pokerraum bietet Omaha Poker an. Pot limit Omaha ist vor allem unter Profis die beliebteste Pokervariante, da das Spiel extrem "actionreich" ist und sich daher sehr gut für Top-Spieler eignet, ihre hervorragende Entscheidungskraft einzusetzen.

(nach oben)

Seven Card Stud
Seven Card Stud ist eine Variante des Kartenspiels Poker. Seven Card Stud ist neben Texas Hold'em und Omaha Hold'em die am häufigsten in Spielbanken angebotene Art des Poker-Spiels und wird vielfach bei Pokerturnieren gespielt, so etwa bei der von den Casinos Austria alljährlich veranstalteten Poker Europameisterschaft im Casino Baden bei Wien.

Seven Card Stud ist ein Abkömmling des älteren Five Card Stud und hat dieses fast vollständig verdrängt.

Allgemeines

Seven Card Stud wird mit einem Paket französischer Spielkarten zu 52 Blatt von zwei bis neun Personen gespielt.

Ziel ist es, eine möglichst hohe Poker-Kombination zu erhalten bzw. durch geschickte Spielweise die anderen Spieler zur Aufgabe zu bewegen.

Jeder Spieler erhält bis zu sieben Karten.

Split Limit

Seven Card Stud wird nur selten No limit, sondern meistens mit Split limit gespielt.

Die übliche Staffelung 5/10/20 bedeutet: Das Ante beträgt € 5, das Lower Limit € 10 und das Higher Limit € 20.

Die Wettrunden

Erste Wettrunde

Vor Beginn eines Spieles zahlt jeder Spieler einen Grundeinsatz, das sogenannte Ante, in den Pot, danach erhält jeder Spieler vom Croupier (Dealer) zwei Karten verdeckt (Hole cards) und eine Karte offen (Door).

Der Spieler mit der niedrigsten offenen Karte eröffnet die erste Wettrunde (Betting interval) mit dem Forced bet; d.h. er muss zumindest einen Einsatz in Höhe des Ante wetten, er darf maximal das untere Split Limit setzen.

Sollten zwei oder mehr Spieler dem Wert nach die gleichen niedrigsten Karten besitzen, so entscheidet die Farbe gemäß der vom Bridge stammenden Reihung: Dabei gilt Kreuz bzw. Treff (♣) als niedrigste Farbe, gefolgt von Karo (♦), Herz (♥) und Pik (♠).

Anzahl der Erhöhungen je Wettrunde

In jeder Wettrunde darf der Einsatz höchstens drei mal gesteigert werden, d.h. ein Spieler eröffnet die Runde mit einem Einsatz (Bet), dieser kann nun erhöht (Raise), weiter gesteigert (Reraise) und die Wettrunde mit einer letzten Steigerung (Cap) abgeschlossen werden. D.h. beträgt das Lower Limit € 10, so beträgt der Einsatz in der ersten Wettrunde ohne das bereits bezahlte Ante höchstens € 40.

Zweite Wettrunde

Nach Abschluss der ersten Wettrunde erhält jeder Spieler eine zweite offene Karte (Fourth street), und es folgt die zweite Wettrunde. Ab der zweiten Wettrunde spricht jeweils derjenige Spieler als erster, der die höchste offene Kombination besitzt.

Besitzt ein Spieler ein offenes Paar, so darf zwischen dem Ante und dem Higher Limit gesetzt werden, andernfalls gilt in der zweiten Wettrunde noch das Lower Limit.

Der Eröffner kann nun entweder

- abwarten (check) und keinen Einsatz tätigen oder

- wetten (bet), d.h. innerhalb der erlaubten Grenzen (Limits) einen Einsatz in den Pot zahlen.

Wartet dieser Spieler ab, so kann der nächste Spieler ebenfalls abwarten oder wetten, usw.

Sobald jedoch ein Spieler gesetzt hat, können die folgenden Spieler nur mehr entweder

- halten (call auch mitgehen) und denselben Betrag in den Pot einzahlen, oder

- erhöhen (raise) und einen höheren Betrag als der vorhergehende Spieler setzen, oder

- aussteigen (fold auch passen) – in diesem Fall legt der Spieler seine Karten verdeckt ab und gibt dieses Spiel verloren.

Falls ein oder mehrere Spieler gesetzt haben, wird die Wettrunde solange fortgesetzt, bis alle Spieler entweder

den Einsatz gehalten haben oder aus dem Spiel ausgestiegen sind.

Ein Spieler darf in ein und derselben Wettrunde den Einsatz nicht zweimal in Folge steigern, es sei denn, ein anderer Spieler hätte zwischen den beiden Geboten erhöht. Wenn also ein Spieler die Runde mit einem Bet eröffnet oder ein Raise setzt und alle folgenden Spieler entweder halten oder aussteigen, so ist diese Wettrunde beendet, und der Spieler, der den Einsatz zuletzt gesteigert hat, darf nun in dieser Wettrunde nicht nochmals erhöhen.

Dritte und vierte Wettrunde

Nach Abschluss der zweiten Wettrunde erhält jeder Spieler seine dritte offene Karte (Fifth street), und es folgt die nächste Wettrunde. Ab der dritten Runde kann nur mehr zwischen dem unteren und dem oberen Split Limit gesetzt werden.

Nach der dritten Wettrunde erhalten die Spieler eine vierte offene Karte (Sixth street) und es folgt die vierte Wettrunde in derselben Manier.

Letzte Wettrunde

Ist die vierte Wettrunde beendet, so erhält jeder Spieler, der bis zu dieser Runde „mitgegangen“ ist, seine siebente Karte (Seventh street oder River) verdeckt; er besitzt also vier offene und drei verdeckte Karten.

Sind im Verlauf der letzten Runde nur mehr zwei Spieler im Spiel, so kann nun sooft erhöht werden, bis einer der beiden Spieler durch Gleichziehen (Call) den Show down verlangt. D. h. die Beschränkung auf ein Bet und höchstens drei Erhöhungen wird in der letzten Wettrunde, sobald nur noch zwei Spieler um den Pot kämpfen, aufgehoben.

Showdown

Kommt es nach der letzten Wettrunde zum Showdown, so muss der Spieler,

der in der letzten Wettrunde als letzter erhöht (raise) hat, oder,

falls niemand erhöht hat, derjenige, der in der letzten Wettrunde als erster gesetzt (bet) hat, oder

falls niemand gesetzt hat, derjenige, der in der letzten Wettrunde als erster gesprochen hat,

seine Hand (seine Kombination) vollständig vorzeigen. Der Croupier stellt nun aus seiner Sieben-Karten-Hand die beste Poker-Kombination aus fünf Karten zusammen und legt die beiden nicht benötigten Karten verdeckt beiseite; diese beiden Karten haben niemals Einfluss auf die Gewinnentscheidung.

Alle im Spiel verbliebenen Spieler können nun nacheinander ihre Gewinnberechtigung nachweisen und ebenfalls ihre Karten aufdecken.

Der Spieler mit der höchsten Hand gewinnt und erhält den Pot.

Im Falle von gleichwertigen Kombinationen wird der Pot unter den Gewinnern aufgeteilt. Die Kartenfarbe hat – wie bei Poker allgemein üblich – keine Bedeutung in Bezug auf die Gewinnentscheidung.

Der Pot kann natürlich auch schon früher gewonnen werden, wenn in einer Runde alle Spieler bis auf einen ihre Karten ablegen und aufgeben (Fold).

Burn Cards

Bevor der Croupier die ersten Karten ausgibt, sowie vor jeder späteren Kartenausgabe legt der Croupier stets die oberste Karte als sogenannte Burn card, verdeckt beiseite.

Grundsätzlich brennt der Dealer immer die oberste Karte. Hat er jedoch nicht mehr genügend, d. h. Anzahl der verbliebenen Spieler plus zwei Karten zur Hand, so nimmt er die früher gebrannten Karten, vermischt sie mit dem Reststapel und setzt das Teilen fort.

Die unterste Karte darf nie gegeben werden; hält der Dealer nur mehr Anzahl der aktiven Spieler plus eine Karte in der Hand, so wird daher ausnahmsweise keine Karte gebrannt.

Abgelegte Karten, d. h. Karten von Spielern, die ausgestiegen sind, werden nicht weiter verwendet.

Der Sinn dieser Regelungen ist, dass die oberste und vor allem die unterste Karte des Stapels infolge einer nachlässigen Handhaltung des Dealers von einem Spieler erkannt werden und dieser daraus einen Vorteil ziehen könnte.

Kann der Dealer nicht mehr jedem Spieler eine Karte teilen, weil er auch die unterste Karte geben müsste oder weniger Karten als Spieler vorhanden sind, so teilt er eine Common card

Common Card

Nehmen acht oder neun Spieler an einer Partie teil, so kann es vorkommen, dass in der letzten Runde nicht mehr genügend Karten im Talon (Deck) vorhanden sind, als dass jeder Spieler wie üblich bedient werden könnte. In diesem Fall legt der Croupier eine einzelne Karte offen in die Mitte des Tischs. Dies Karte gilt als Common card, d.h. als Bestandteil der Hand eines jeden einzelnen Spielers, so wie bei den Spielarten Texas Hold'em bzw. Omaha Hold'em.

Variationen

Wie die meisten Poker-Varianten kann auch Seven Card Stud als High-Low gespielt werden: Der Pot wird dabei zwischen der besten High hand und der niedrigsten Low hand geteilt. Für die Ermittlung der besten High hand bzw. der niedrigsten Low hand gilt die normale Reihenfolge, gelegentlich wird aber bei der Ordnung der Low hands eine abweichende Ordnung vereinbart.

(nach oben)

Razz
Razz ist eine Pokervariante. Es handelt sich dabei um Seven Card Stud Lowball, das heißt, dass die schlechteste Hand gewinnt. Dabei ist das Ass die niedrigste Karte; Straights und Flushs werden nicht als solche gewertet.

Ablauf einer Hand

Alle Spieler setzen das Ante.

Jeder Spieler erhält zwei verdeckte (nur ihm bekannte) und eine offene Karte.

Der Spieler mit der höchsten offenen Karte setzt das sogenannte Bring-In. Haben zwei Spieler die gleiche hohe Karte wird nach Farbe entschieden (Pik ist am höchsten, darauf folgen in absteigender Rangfolge: Herz, Karo und Kreuz).

Das ist der Beginn der ersten Setzrunde.

Jeder Spieler bekommt eine offene Karte (Fourth Street).

Nächste Setzrunde. Der Spieler mit der niedrigsten offenen Kombination beginnt.

Jeder Spieler bekommt eine offene Karte (Fifth Street).

Dritte Setzrunde. Der Spieler mit der niedrigsten offenen Kombination beginnt.

Jeder Spieler bekommt eine offene Karte (Sixth Street).

Vierte Setzrunde. Der Spieler mit der niedrigsten offenen Kombination beginnt.

Jeder Spieler bekommt eine verdeckte Karte (Seventh Street oder auch River).

Fünfte und Letzte Setzrunde. Der Spieler mit der niedrigsten offenen Kombination beginnt.

Showdown.

Showdown

Der Spieler mit der niedrigsten Fünfkartenkombination gewinnt den Pot, dabei werden Straights und Flushs ignoriert und das Ass ist wie oben schon erwähnt die niedrigste Karte. Die beste Hand ist somit Ass,2,3,4,5. Da die Wertung der Hände im übrigen nach den allgemeinen Pokerregeln erfolgt, ist 8 High in jedem Falle schlechter (was im Lowball bedeutet, dass die Hand verliert) als 7 High, unabhängig davon, ob die anderen Karten niedriger sind. A,2,3,4,8 verliert also gegen 3,4,5,6,7.

(nach oben)

H.O.R.S.E. Poker
Contra Pokerspezialisten mit dem H.O.R.S.E-Prinzip. Auch wenn es zunächst naheliegend erscheint, so hat doch H.O.R.S.E Poker nicht wirklich etwas mir Pferden zu tun. Da es beim professionellen Pokern, im Gegensatz zu den meisten lockeren Abenden mit Freunden, meist um sehr viel Geld geht und vor allem bei großen Events wie den "World Series of Poker" mit enorm hohen Buy-Ins sehr viel mehr auf dem Spiel steht als nur ein par Dollar, ist der Gedanke Angst vor gewissen Poker-Profis haben zu müssen, die sich auf eine Pokervariante spezialisiert haben, sehr naheliegend.

Daher wurde das sogenannte H.O.R.S.E Poker entwickelt. Es ist nicht etwa eine neue Spielart, sondern viel mehr die Kombination fünfer bekannter Spielevarianten, indem jede "Runde" die Spielart gewechselt wird!

Das Ziel dieses Spielensystems ist eindeutig - nur der Allround-Poker-Spieler kann hier gewinnen! Spezialisten, die z.B. nur Razz spielen können haben keine Chance mehr. Will man also gute Chancen haben, so sollte man zunächst jede Pokervariante einzeln ausprobieren und sich erst dann auf H.O.R.S.E Poker einlassen!

Dabei steht H.O.R.S.E Poker für:

H - Texas Hold'em

O - Omaha Hold'em High/Low

R - Razz

S - Seven Card Stud

E - Seven Card Stud (High/Low, Eight or better)

Wahlweise kann man aber auch "Razz Poker" aus dieser Abfolge streichen, wodurch H.O.S.E Poker entsteht, das kann kann natürlich jeder für sich entscheiden. Gespielt wird H.O.R.S.E Poker nach striktem Muster, angefangen mit Texas Hold'em, über Razz zu Seven Card Stud High/Low. Dabei ist nur die Spielevariante "Limit" erlaubt, mit begrenzten Geldeinsatzmöglichkeiten also - "No Limit" oder "Pot Limit" sind beim H.O.R.S.E Poker unüblich. Hierbei bleiben die Limits über alle Runden gleich, unabhängig von der Pokervariante, die gerade gespielt wird!

(nach oben)

Five Card Draw
Five Card Draw ist eine bekannte und wahrscheinlich die älteste Pokervariante. Aus ihr entwickelten sich alle heutigen Ableger des Pokerspiels. Wie der Name bereits vermuten lässt, ist die Variante dem Draw Poker zuzuordnen.

Teilen

Ein beliebiger Spieler teilt solange reihum die Karten einzeln und offen aus, bis ein Bube fällt. Wer diesen erhält, ist Geber in der ersten Runde. Nach jedem Spiel wechselt das Recht zu Geben im Uhrzeigersinn.

Vor Beginn eines Spieles zahlt jeder Spieler den festgelegten Grundeinsatz, das Ante, in den Pot. Dann erhält jeder Spieler fünf Karten einzeln und verdeckt. Die verbleibenden Karten werden verdeckt als Talon in die Mitte des Tisches gelegt.

Ziel ist es, die höchste Poker-Kombination zu erhalten, oder durch geschickte Spielweise (bluffen) die anderen Spieler zum Aufgeben zu bewegen.

Karten

Five Card Draw wird von zwei bis maximal sieben Personen mit einem Paket zu 52 Blatt französischer Spielkarten gespielt.

Erste Wettrunde

Nach dem Teilen erfolgt die erste Wettrunde (betting interval). Der Spieler zur Linken des Gebers hat als erster zu sprechen, d. h. er kann entweder

- abwarten oder passen (check oder pass), d. h. keinen Einsatz tätigen, die Möglichkeit zu wetten weitergeben und sehen wie sich die anderen Spieler verhalten oder

- wetten (bet), d. h. innerhalb der erlaubten Grenzen (limits) einen Einsatz in den „Pott“ zahlen.

Wartet dieser Spieler ab, so kann der nächste Spieler ebenfalls abwarten oder wetten, usw.

Sobald jedoch ein Spieler gesetzt hat, können die folgenden Spieler nur mehr entweder

- halten oder mitgehen (call) und denselben Betrag in den Pot einzahlen, oder

- erhöhen (raise) und einen höheren Betrag als der vorhergehende Spieler setzen, oder

- aussteigen (fold) – fälschlich auch passen – in diesem Fall legt der Spieler seine Karten verdeckt ab und gibt dieses Spiel verloren.

Falls ein oder mehrere Spieler gesetzt haben, wird die Wettrunde solange fortgesetzt, bis alle Spieler entweder

- den Einsatz gehalten haben oder

- aus dem Spiel ausgestiegen sind.

Innerhalb einer Wettrunde darf ein Spieler nicht seine eigene Wette erhöhen. Wenn also ein Spieler die Runde mit einer Wette eröffnet oder erhöht und alle folgenden Spieler diese Wette entweder halten oder aussteigen, so ist diese Wettrunde beendet.

Gewöhnlich darf in einer Wettrunde maximal dreimal erhöht werden. Nachdem ein Spieler eröffnet hat (bet), kann erhöht (raise), überboten (reraise) und mit einer dritten Erhöhung (cap) die Wettrunde abgeschlossen werden.

Kartentausch

Nach der ersten Wettrunde folgt der Kartentausch (Draw). Jeder Spieler kann nun die ihm wertlos erscheinenden Karten verdeckt ablegen und erhält danach die gleiche Anzahl Karten vom Talon.

Üblicherweise darf ein Spieler höchstens vier Karten tauschen, doch sollte man diese Anzahl unbedingt vor Beginn der Partie vereinbaren, da vielfach der Tausch auf höchstens drei Karten beschränkt ist, manchmal aber auch ein Tauschen aller fünf Karten erlaubt wird.

Einmal abgelegte Karten verbleiben auf dem Tisch und werden dem Talon nicht wieder hinzugefügt. Keinesfalls darf ein Spieler seine abgelegten Karten erneut aufnehmen.

Falls die Anzahl der verbleibenden Karten nicht ausreicht, um alle Spieler mit neuen Karten zu versorgen, so werden zuerst alle Karten des Talons mit Ausnahme der letzten Karte ausgeteilt, anschließend werden alle früher abgelegten Karten eingesammelt, gemischt, und es wird weiter gegeben. Die letzte Karte des Stapels darf nie gegeben werden, sie wird stets zusammen mit den abgelegten Karten gemischt.

Der Sinn dieser Regelungen ist, dass die unterste Karte des Stapels infolge einer nachlässigen Handhaltung des Kartengebers von einem Spieler erkannt werden und dieser daraus einen Vorteil ziehen könnte.

Zweite Wettrunde

Nach dem Kartentausch folgt eine zweite Wettrunde. Der Spieler, der in der ersten Wettrunde zuletzt erhöht hat, bzw. falls keine Erhöhung stattgefunden hat, der Eröffner der ersten Wettrunde, muss als erster sprechen.

Sollten in einer Wettrunde alle bis auf einen Spieler aussteigen (fold), so gewinnt dieser verbleibende Spieler den Pot, er braucht sein Blatt nicht vorzuzeigen.

Showdown

Sind nach der zweiten Wettrunde noch zwei oder mehr Teilnehmer im Spiel, beginnt der Show down. Der Spieler, der zuletzt erhöht hat, bzw., falls niemand erhöht hat, derjenige, der die letzte Wettrunde eröffnet hat, muss seine Hand vollständig vorzeigen.

Alle im Spiel verbliebenen Spieler können nun nacheinander ihre Gewinnberechtigung nachweisen und ebenfalls ihre Karten aufdecken.

Der Spieler mit der höchsten Hand gewinnt und erhält den Pot.

Im Falle von gleichwertigen Kombinationen wird der Pot unter den Gewinnern aufgeteilt.

Der Pot kann natürlich auch schon früher gewonnen werden, wenn in einer Runde alle Spieler bis auf einen ihre Karten ablegen und aufgeben (fold).

Jackpots

Sehr häufig gilt die Regel, dass ein Spieler die erste Wettrunde nur dann eröffnen darf, wenn er zumindest ein Paar Buben (Jacks) besitzt, diese muss er am Ende des Spieles vorweisen. (Die beim Tausch abgelegten Karten des Eröffners werden daher beiseite gelegt, damit der Eröffner, sollte er seine für das Eröffnen benötigte Kombination "zerreißen", nachträglich beweisen kann, dass er eine zulässige Eröffnung in Händen gehalten hat.)

Wenn in einer Runde niemand eröffnet, so bleiben die Einsätze im Pot, und die Karten werden zusammengeworfen. Die Spieler zahlen wiederum ihre Grundeinsätze ein, und der Spieler zur Linken des Teilers gibt die Karten für das neue Spiel.

Der um die zusätzlichen Einsätze vermehrte Gewinntopf heißt Jack pot – diese Bezeichnung aus dem Pokerspiel ist in die Alltagssprache eingegangen.

Spiel mit Joker

Gelegentlich wird mit 53 Blatt gespielt, d.h. dem Paket wird ein Joker hinzugefügt. Der Joker kann – je nach Vereinbarung – jede beliebige Karte ersetzen, oder aber nur mit folgenden Einschränkungen (vgl. Pai Gow) verwendet werden. Der Joker wird im letzteren Fall auch "Bug" genannt und darf nur

zur Vervollständigung eines Straight, Flush, Straight Flush oder Royal Flush oder

als Ass verwendet werden.

Beim Spiel mit Joker bilden Fünf Gleiche (Five of a kind) die höchstwertige Kombination und schlagen ein Royal Flush. Wird der Joker nur als Bug verwendet, so sind Fünf Asse (Five Aces) die einzig mögliche Fünferkombination.

Dead Man´s Hand

Draw Poker war die bevorzugte Pokervariante im Wilden Westen. Als Wild Bill Hickok einmal eine Hand mit Assen und Achten hielt, wurde er rücklings erschossen, seither heißt dieses Blatt Dead man's hand.

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